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Waren Sie schon einmal in Oberlauterbach? Noch nicht - dann wird es Zeit!
Das neu erbaute Haus verfügt über 8 modern eingerichtete und geräumige Zimmer. Jeweils 2 Zimmer teilen sich einen Sanitärbereich (DU/WC). Es stehen 29 Betten + 7 Aufbettungen zur Verfügung.
Weiterhin bieten wir: großen Saal - 80 Plätze, kleinen Saal - 30 Plätze, Schulungsraum 15 Plätze, Klassenzimmer sowie weitere kleine Räume, angrenzenden Park u. v. m.

Alles rund um unsere Haus- und Nutztiere.
Von A wie Alpaka über B wie Biene zu Z wie Ziege.Vorführungen, Vorträge, Ausstellungen, Fachvortäge, Tierbilder, Tierbücher, Tierfutter, Tierpädagogen, Tierheilpraktiker, Streichelzoo, und Markttreiben
Für das leibliche Wohl ist natürlich bestens gesorgt.
Eintritt frei

„Was Bäume und Kräuter uns erzählen“
Mythen und Märchen sowie uraltes Wissen neu aufbereitet und aufgetischt, anschließend Lagerfeuer, Verkostung u. a. vom selbst gesammelten „Blätter“-Salat. Viel Vergnügen mit der Försterin Karin Hohl und der Kräuterfrau Anita Seifert.
Anmeldung bis 08.06.12 - Teilnehmerbeitrag 15,- €

Beobachten Sie mit Hilfe von Fledermausdetektoren und Suchscheinwerfern die Fledermäuse im Unterlauterbacher Teichgebiet. Michael Thoß nimmt Sie mit in die faszinierende Welt dieser Tiere.
Teilnehmerbeitrag 3,-€

Dank der Unterstützung der zahlreichen Anbieter und Organisatoren waren die Frühlingsspaziergänge 2011 ein großer Erfolg. Viele Menschen haben die angebotenen vielfältigen und interessanten Spaziergänge genutzt, in die Natur hinauszugehen, sich an ihr zu erfreuen und das eine oder andere Wissenswerte zu erfahren.
Wir möchten die Tradition der Frühlingsspaziergänge auch in 2012 fortführen und laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch in 2012 die Aktion mit vielen interessanten, lehrreichen, wissenswerten und schönen Angeboten bereichern würden. Schwerpunkt ist der Monat Mai, es können aber auch Spaziergänge in den Monaten April und Juni durchgeführt werden.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Jürgen Geiser (Tel.: 03745 75105-40).

Das Elektrofahrrad erobert das Vogtland!
Ob Elektrorad, Elektrofahrrad, E-Bike oder eBike, es ist ein Fahrrad mit eingebautem Elektromotor. Die Versorgung des Elektromotors mit elektrischer Energie erfolgt in der Regel über einen abnehmbaren Akku. Als Pedelec wird ein Elektrorad bezeichnet, dessen ...

Sie haben die Möglichkeit bei einem Naturerlebnis der besonderen Art dabei zu sein.
Die Einen nennen es Wildnistraining, die Anderen Wildnispadagogik, Naturpädagogik, Outdoortraining Survival oder Survivalismus bzw. Überlebenskunst. Es ist immer das Selbe.
Sie lernen alle Ihre 5 Sinne einzusetzen und die Natur hautnah zu erleben.
Genießen sie die einmaligen Tage, wir werden alles dafür tun, dass Sie den Alltag weit hinter sich lassen können.
Unser Ziel ist es nicht, Werbeveranstaltungen für Outdoor - Ausrüster zu veranstalten oder ein Trainingszentrum für Großexpeditionen zu sein. Wir möchten unseren Gästen ein Überleben in der freien Natur mit einfachsten Mitteln zeigen und dabei Verständnis für die einheimische Natur wecken. Das Arbeiten und Erleben in der Gruppe ist die Basis und ein entscheidendes Ausbildungsziel. Denn nur in Konfliktsituationen kann man die wahre Stärke eines Teams erkennen und auch festigen. Während des Trainings werden sie lernen welche Bedeutung ...
weitere Infos hierzu im Flyer der Wildnisschule von Thomas Hohl:

Für Wissenschaftler und Naturfreunde ist die Sensation perfekt: Über 100 Jahre nach ihrer letzten Sichtung ist die Wildkatze nach Sachsen zurückgeschlichen. Im Vogtland wurde erstmals ein totes Exemplar entdeckt.
Wildkatze steht im Rampenlicht: Im Natur- und Umweltzentrum des Vogtlandkreises in Oberlauterbach haben Experten eine sächsische Wildkatze präsentiert. Es handelt sich um den ersten Fund eines toten Tieres seit der Ausrottung ...

- Nisthilfen, Nistkästen
- Futterhäuser
- Insektenhotels
- Fledermauskästen
- u.v.m. aus Holz
Unsere Produkte sind alle aus unimprägnierten Hölzern gefertigt!
Ständig wechselnde Tipps, Erklärungen und Anmerkungen zu Artikeln aus unserem Angebot sowie weiterführende Themen erfahren Sie hier.
Insektenhotel
Ein Insektenhotel ist eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten. Von jedermann mit geringem Aufwand umsetzbare Insektenschutzmaßnahmen wurden die Einrichtungen insbesondere von zahlreichen europäischen Naturschutzverbänden bekannt gemacht. Es gibt Insektenhotels in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Ausstattungen. Zumeist sind sie auf – aus Gärtnersicht – „nützliche Insekten“ ausgerichtet. Insektenhotels bestehen fast ausschließlich aus Naturmaterialien, unter anderem aus Holz (Baumscheiben, Äste, Holzwolle), Baumrinde, Stroh, Heu, Schilfrohr, Bambusstäben, Reisig, Torf und Lehm. Daneben werden lediglich poröse, durchlöcherte Backsteine, Terrakotta-Blumentöpfe und manchmal Plastikrohre zur Befüllung, Metalle für Befestigungen und eventuell als vorgespanntes Drahtgitter zum Schutz vor Vögeln, Dachpappe oder ähnliche Abdeckungen, sowie witterungsbeständige Lasur beim verwendeten Bauholz oder zur bunten Gestaltung einiger Holzteile häufiger eingesetzt. Wichtig ist dabei, dass die Füllmaterialien trocken und alle Hölzer frei von chemischen Holzschutzmitteln sind.

Eigentlich sollte es ein Blitzbesuch werden. Ein Halt, um knurrende Mägen zu füllen. „Wir wollten schnell weiterfahren, noch bis runter ins Elstertal“, erzählen Anke und Sebastian Hebestreit, schmiedeten nach den ersten Schritten übers Festgelände aber neue Pläne. „Hier wird so viel geboten, auch für die Kinder, da müssen wir unbedingt länger bleiben.“ Zu viert sind die Tannenbergsthaler angerollt. „Ganz unklassisch mit dem Auto, weil Lydia und Franz noch zu jung sind für längere Radtouren und wir viel sehen wollten“, zeigen sie auf ihren vier- und fünfjährigen Nachwuchs. Der nagt vorsichtig an dampfendem Bambes mit Apfelmus. Vom Gutshoffest im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum (NUZ) hatten sie mehr als einmal gehört. „Irgendwie sind wir aber doch nie hier gelandet.“
So wie die Hebestreits haben ungezählte Gäste den Festbesuch gestaltet: im Markttrubel mit schwimmen, Stärkungen besorgen, eine von vielen Sitzgelegenheiten ansteuern, probieren, genießen, bei Musik schwatzen, Nachschlag holen. Anlaufstationen gab es mehr als genug. Spezialitäten auf Wurst- oder Fleischbasis gingen im Akkord über die Verkaufstische und machten den vogtländischen Bambes Konkurrenz. Eine ähnlich hohe Appetit- Quote verzeichnete die Sommerküche mit alternativen Sattmachern vom Zwiebel- und Erdäpfelkuchen bis zur Fett- oder Kräuterquarkbemme. Eine Etage höher gab es Futter für die Augen:Dort zeigten Kunsthandwerker, wie ihre Arbeit vor mehreren Jahrzehnten aussah – oder immer noch aussieht.
Keine Männer-, sondern Familientage sollen die Gutshoffeste am Himmelfahrtstag sein, beschreibt NUZ-Leiterin Karin Hohl Sinn und Zweck. Freuen, dass sie sich zur Institution entwickelt haben, kann sich nicht nur das Umweltzentrum. Denn die Veranstaltung kommt als Gemeinschaftsprojekt daher. Partner sind der Förderverein zum Erhalt des vogtländischen Umgebindehauses, der örtliche Hofladen und das Bistro Hofstub.
Hintergedanke ist, Freizeitvergnügen mit Information zu koppeln. Gestern drehte sich vieles um Kräuter: Die steckten unter anderem in Kartoffelsalat, Bowle und Maitrunk. „Damit wollen wir vermitteln, dass es außer Salz und Pfeffer viele krautige Gesellen gibt, die helfen, unsere Nahrung lecker, genussvoll und gesünder zu machen“, rät Karin Hohl zum Nachmachen. Komponiert hat die würzigen Werke NUZ-Kräuterfrau Anita Seifert. „Gundermann wächst im Garten und auf Wiesen“, erklärt sie, wie einige der Zutaten auf den Teller und ins Glas kamen. Bei Walderdbeerblättern wird die Suche schwieriger: „Man muss schon wissen, wo sie wachsen.“
FP 18.05.2012
Text - Sylvia Dienel
Foto - Silke Keller-Thoß

Eröffnet ist sie längst, aber jetzt kann die Grünoasen- Saison 2012 richtig kommen: Gäste in Massen schauten sich zur dritten Gartenfaszination im Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) nach Passendem für ihre Klein-, Schreber- und Steingärten, Terrassen und Balkone um. Das zu finden, brauchte mitunter Zeit. Denn die Auswahl war riesengroß und der Andrang an den Ständen nicht kleiner.
Über 30 Händler hatten aufgebaut, was das Wohnen draußen schöner und das Essen appetitlicher gestalten kann: Blumen, Gemüse, Kräuter, Stauden, Möbel, Dekoration, Kunst aus Schrott. Außerdem Gerätschaften für Arbeitseinsätze. Ausstellungen, Informationen, Korbflechter und Stellmacher in Aktion, Leckeres aus Gartenfrüchten oder frischen Kräutern, vom Grill, Kuchenblech, Hofladen und aus der Sommerküche machten den Gartentag rund – und noch viel mehr gab es zu entdecken: Schneckenwettrennen, Vogelstimmen- und Kräuterwanderung. Abgerundet wurde das Fest mit Musik und Stimmung von DJ Gerald.
Was wächst dieses Jahr in vogtländischen Privatgärten? Oft Altbekanntes, aber durchaus auch Neues, bescheinigte Heiko Fuchs vom gleichnamigen Hundsgrüner Gartenbaubetrieb Käufern Lust auf Experimente. Geradezu nagelneu im Sortiment sind Schisandra-Beere und Litschi-Tomate. Rüdiger Sagan von der Kräutergärtnerei in Brockau war unter anderem mit zwölf verschiedenen Minzarten dabei. Alle ließen vom Namenszusatz auf die Geschmacksrichtung schließen: Grapefruit, Ingwer, Apfel, Ananas, Banane, Basilikum und viele mehr. Kräuter stehen auf der Pflanzen-Beliebtheitsskala weit oben, erklärte Sagan. „Viele möchten ihren Garten mit einem Kräuterbeet vervollständigen und sie auch für die Küche verwenden“, weiß der Fachmann. Ins Freie dürfen quasi alle. Manche müssten im Winter aber wieder hereingeholt werden, zählte er Ananas- Minze, Pilzkraut und Rosmarin als Beispiele auf.
„Gut, wenn man beides im Garten hat“, versicherte Rolf Schallau und meint Ameisen und Bienen. Dass Ameisen in manchen Gärten als Störfaktor gelten und ihnen bisweilen mit Chemie zu Leibe gerückt wird, kann der Spezialist für beide Arten im NUZ nicht nachvollziehen. „Die Tiere vernichten Aas und Schadinsekten. Pestizide haben eine Halbwertszeit von teilweise bis zu 40 Jahren. Mit dem Gift bringe ich also viel Schädlicheres in den Boden ein, als ich gutmachen will.“ Dieser Satz brachte eine der zentralen Gartenfaszination- Botschaften zum Ausdruck: „Wenn man ihn entsprechend gestaltet, kommt man im Garten fast gänzlich ohne Chemie aus“, versicherte NUZ-Leiterin Karin Hohl. Mit der Veranstaltung will das Umweltzentrum zudem eine Plattform für regionale Anbieter schaffen. „Und die Leute wieder auf die eigene Scholle einschwören“, sagt Karin Hohl.
FP 02.05.2012
Text - Sylvia Dienel
Foto - Silke Keller-Thoß

Ein anstrengender Praxistag im Natur- und Umweltzentrum Vogtland liegt hinter 24 Mädchen und Jungen der Grundschule Hinterhain. Los ging es gestern Vormittag mit einem Besuch in der Holzwerkstatt, später wechselte der Schauplatz ins Klassenzimmer Natur. Dabei drehte sich am Tag des Baumes alles um die Europäische Lärche, den Baum des Jahres 2012.
Spiele und Informationen waren lediglich die Vorbereitung. Schließlich war gegen Mittag Kraft vonnöten. Zusammen mit Landrat Tassilo Lenk (CDU) brachten die Schüler zwei Lärchen in den Boden. Und das war erst der Anfang: 50 zweijährige Bäumchen warteten nebenan darauf, im nahen Wald Wurzeln schlagen zu können. Nach einer Stärkung am Lagerfeuer und erster Bekanntschaft mit frisch angerührtem Lärchenharz- Balsam legten die 3b, ihr Klassenlehrer und der begleitende Elternrat los. Bei der Pflanzung soll es nicht bleiben. „Die Bäume werden von Kindern in speziellen Projekten auch betreut“, kündigt NUZLeiterin Karin Hohl an.
Warum die Lärche das Zeug zum Baum des Jahres hat, erklärte ein gut vorbereiteter Landrat vor seinem Einsatz am Spaten: Sie gehöre zu den härtesten Holzarten überhaupt, wirke als „Luftreiniger in städtischen Räumen“, könne bis zu 1000 Jahre alt werden und sei aus dem vogtländischen Mischwaldsystem nicht wegzudenken. Noch mehr Fakten und Zahlen streute Alexander Thomae, Leiter des Privatforstbetriebes Oberlauterbach, ein. Seinen Worten zufolge lässt sich der Lärchen-Anteil am Baumvorkommen im Vogtlandkreis auf ganze ein bis zwei Prozent beziffern. Gestiegen sei dagegen ihre Bedeutung als Rohstofflieferantin. Im Landschaftsbild gerne gesehen ist die Lärche aus verschiedenen Gründen: „Sie stellt grundsätzlich keine großen Ansprüche an den Standort, der Boden kann trocken oder feucht sein“, so der Förster. Außerdem gibt die Lärche Hanglagen Stabilität, trotzt jeder Witterung und besiedelt Kahlflächen.
Seit mehreren Jahren ist das NUZ zum Tag des Baumes mit Angeboten für Schulklassen und Erwachsene präsent. „Bäume sind die Freunde des Menschen und ermöglichen uns das Überleben“, sagt Karin Hohl. „Geht der Baum, geht der Mensch. Das wollen wir wieder ins Bewusstsein holen.“
FP 26.04.2012
Text - Sylvia Dienel
Foto - Silke Keller-Thoß

Wie schmeckt eigentlich ein Biotop? Knapp 30 Gäste ließen sich diese Frage genüsslich auf der Zunge zergehen und fanden: fruchtig und lecker. Egal, ob in frischem oder getrocknetem Zustand, in Süßspeisen verpackt oder zu Flüssigem mit und ohne Alkohol verarbeitet. Zwischendurch servierte Referent Holger Weiner von der Landesstiftung Natur und Umwelt in Dresden Fakten. Und die stimmten nüchterner. Denn der sächsischen Streuobstwiese geht es nichtmehr so gut wie früher.
Eine Zählung aus dem Jahr 1938 bezifferte den sachsenweiten Bestand auf 10.000Hektar.Der jüngste, 2007 veröffentlichte Bericht, spricht von ganzen 4360Hektar.Dabeiwerdendie Flächen dringend gebraucht. Tiere vom Steinkauz über die Fledermaus bis zur Ameise nutzen sie als Unterkunft und Nahrungsquelle. „Sie sind darauf angewiesen“, erklärt Weiner. Neben dem Umfang hat auch die Vielfalt gelitten. Bildeten vor einigen Jahrzehnten noch unterschiedlichste Baumobstsorten und Beerensträucher eine Gemeinschaft, bestimmen heute Äpfel die Ansicht.
Trotz Einbußen gäbe es im Vogtland noch „eine ganze Menge Obstwiesen“, stellt Weiner fest und führt als Grund die nach wie vor gebräuchliche Eigenverwendung durch Bauern an. Darüber hinaus werde von Firmen angeboten, selbst pressen zu lassen. „Besonders junge Leute haben inzwischen erkannt, dass sich mit dem regionalen Obst einiges anfangen lässt“, freut er sich über zunehmendes Interesse an dem pflückfrischen Naturprodukt. Auch wenn es der Name nicht vermuten lässt, auf vogtländischem Wiesenboden fühlen sich unter anderem Rheinische Bohnäpfel am wohlsten. „Das ist eine alte sächsische Sorte“, weißWeiner.
Der Obstwiesen-Rückzug hat ihm zufolge verschiedene Ursachen: Etliche Bäume fielen dem Straßenbau zum Opfer. „In vielen Fällen sind auch die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt.“Außerdem seien lediglich um die 200 der 1200 bis 1500 vorhandenen alten Streuobstsorten für die Wirtschaft relevant.
Eine Möglichkeit, dem weiteren Abwärtstrend gegenzusteuern, sieht Weiner in der Nutzung durch Weidetiere. „Auf diese Weise könnte dafür gesorgt werden, dass die Obstwiesen ihre Berechtigung behalten.“ Ihren Besitzern rät er, beim Anpflanzen neuer Bäume auf solche Arten zurückzugreifen, die eine lange Tradition in der Region besitzen. „Man sollte sie auch nicht jedes Jahr schneiden, sondern einfach mal drei, vier Jahre in Ruhe lassen.“
FP 27.02.2012
Text - Sylvia Dienel
Foto - Silke Keller-Thoß

Dicke Schnur, eine dünne Plane, frische Socken, Armeegeschirr, Entkeimungstabletten, Kompass, Verbandstasche, Axt und eine Drahtsäge schlichtet Thomas Hohl nebeneinander. Noch ein tiefer Griff in den Rucksack, und eines der wichtigsten Utensilien kommt zum Vorschein: ein Messer mit feststellbarer Klinge. Nicht weniger Bedeutung räumt der Naturpädagoge Kopfbedeckungen ein. „Der Mensch verliert die meiste Körperwärme über den Kopf“, erklärt er.
Alles zusammen und noch einiges mehr soll das Überleben in der Natur für einige Tage sichern. Zehn Kinder und Erwachsene spielten gestern unter Anleitung im Wald nahe des Oberlauterbacher Natur und Umweltzentrums Vogtland gut zwei Stunden die entschärfte Variante durch: einen geplanten „Ausstieg“. Der soll sie für die Realität rüsten. „Man kann schneller in eine Notsituation geraten als man denkt“, schickt Thomas Hohl vorweg.
Wer sich auf unbekanntem Terrain jenseits der Zivilisation verirrt, muss dem Wildnistrainer und Förster zufolge drei Dinge meistern können: sauberes Wasser finden, Feuer machen und einen trockenen warmen Unterschlupf bauen. „Das ist im Sommer nicht anders als im Winter.“ Nach diesem Schema gingen auch seine Schüler vor. Und noch etwas spielte eine zentrale Rolle. Ohne Teamarbeit gehe nichts, betont Hohl. Deshalb bietet er neben Wildnisschulen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Schulklassen und Familien solche für junge Menschen mit schwierigem sozialem Hintergrund an. „Draußen müssen die Leute miteinander harmonieren“, schildert er Vorteile des Überlebenstrainings für eine positive Persönlichkeitsentwicklung.
Für Tommy Korb war die WildnisschuleNeuland. „Ich habe das im Fernsehen gesehen und denke, dass es ziemlich viel Spaß macht“, erzählt der 12-jährige Beerheider. Vor Ausflügen wie diesem sei es aber notwendig, die Erlaubnis des Waldbesitzers einzuholen, betont Hohl. „Wir dürfen nicht überall Feuermachen, Äste abbrechen, Buden bauen. Und wir dürfen keine Tiere fangen, das ist eine Straftat.“
Weil der Zuspruch bei derartigen Schnupperkursen stetig steigt, arbeitet er an einemweiteren, ähnlich gelagerten Projekt: „In Stelzen zwischen Plauen und Schleiz entsteht eine Wagenburg.“ Drei große, mit Ofen, Fenstern und Matratzen ausgestattete Anhänger sollen ab Juni Ferienfreizeiten in der „Wildnis“ ermöglichen oder von Familien gebucht werden können.
FP 23.02.2012
Text - Sylvia Dienel
Foto - Silke Keller-Thoß